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Tod unseres Balinesischen Kampfhahns 3 Tage Hahnenkampf
in Abangan / Ubud / Bali
 vom 28.-30. Mai 2009

 

Eigentlich ist ein Hahnenkampf in Bali eine religiöse-hunduistische Zeremonie, welche zu verschiedenen Tempelfesten als eine Art Blutopfer für die Götter einfach dazugehört. Aber man kann eine solche Veranstaltung auch als Mittel zum Zweck einsetzen, wie jetzt gerade bei uns in Abangan. Für einen neu zubauenden großen Tempel, den vierten Tempel ( Pura Pucak Nataran ) in diesem kleinen, 120 Familien kleinen Banjar, werden dazu noch eine Menge finanzielle Mittel benötigt. Ja, es wurde viel gespendet und etliche Zuschüsse von verschiedenen Institutionen und Firmen flossen in die Kasse mit ein, auch ein Basar der abgehalten wurde verkleinerte etwas den Fehlbetrag durch große Teilnahme und Mitarbeit. Da kam der Gedanke auf, ein im großen Stil angelegter 3-taegigen Hahnenkampf, könnte eine weitere, echte Entlastung des finanziellen Engpasses bringen.

Gesagt - getan. Im Banjar wurde aus Bambusstangen eine richtige kleine Arena zusammengebaut, Sitz- und Stehplätze arrangiert, alles mit riesigen Planen überdacht; man war also gut gerüstet um so eine "Großveranstaltung" bestens über die Bühne zu bringen. Um nicht ganz abseits zu stehen und dieses Erlebnis noch intensiver mitzuerleben, war mein Entschluss schnell gefasst: Ein Kampfhahn der "Villa-Orchid-Bali" muss hier mit an den Start gehen. Die Sache war schnell beschlossen und besiegelt.
 

herkules
Die Verantwortung trägt sich schwer

 

Unser Ketut fuhr aufgeregt nach Denpasar um einen „ Ayam Jago“ zu erwerben, denn dort auf dem Pasar Satria (Pasar binatang) soll es die kampfstärksten und ausdauerndsten Kämpfer geben. Gut gelaunt und stolz zeigte er uns am nächsten morgen den erstandenen Hühnervogel, den ich als unerfahrener Gockelfreund immerhin für äußerst ansehnlich, hinreißend geformt und prächtig gefiedert einschätzte. Meiner bescheidenen, aber sicher nicht kompetenten Meinung nach, war dieser Giggel eine äußerst attraktive und begehrenswerte Versuchung und süße Sünde für Hennen jeglichen Alters und Couleurs. Na ja, .... er hat ja auch 350.000.00 Rupiah ( 25 Euro ) gekostet, sagte mir Ketut, - um später noch anzufügen -, um überhaupt kämpfen zu koennen müsste man sicher mindestens nochmals 300.000.00 Rupiah ( 21 Euro ) bieten um von einen entsprechenden Gegner akzeptiert zu werden. Das war ja alles noch zu verkraften und es sollte ja auch bei dieser einmaligen Erfahrung bleiben.
 


"Herkules"  in Vorbereitung seiner Bestimmung

 

Als passiver touristischer Zuschauer, ist man wohl mitgerissen von den fanatischen Rufen des Tascha- tscha-tscha-tscha, begleitet von den tobend winkenden, ausgestreckten Armen der Balinesen um die Angriffslust der Kontrahenten weiter zu steigern. Aber dieses erregende Gefühl und die erwartungsvolle Anspannung wird bei weitem noch übertroffen, wenn der eigene Kapaun in der Arena um sein Leben kämpft, auch um die Kosten der Wette wieder einzuspielen. Man hatte Schilder aufgestellt die auf Abangan und den Hahnenkampf hinwiesen und es strömten Massen von Menschen zum Kampfplatz, der ja an diesen Tagen nicht nur den Hähnen gehört. Da wird gebacken, gebrutzelt, gekocht und gegrillt was das Zeug hält, und Spanferkel so knusprig braun glänzend wie mit Schuhwichse gewienert, duften um die Wette mit Nasi goreng, Lawar, Sate kambing, Gule kambing, Soto ayam und Bakso.
 


Hahnenkämpfe machen hungrig

 

Kinder knabbern gedämpfte Chilli-scharfe Maiskolben oder mit Palmzucker gesüßte gebackenen Bananen (pisang goreng) und verfolgen aufgekratzt und ausgelassen das bunte Treiben. Sie zwängen sich zwischen die staunend, mit offenen Mündern im Kreise sitzenden Bauern die einem Quacksalber mit weißem Rauschebart gespannt lauschen, der lebhaft, fantasievoll und gestenreich Medizin gegen Alles, und besonders gegen den Tod anpreist. Mitten im Kreis seiner Zuhörerschar hat er geheimnisvolle Knochen, Totenschädel und Tierkadaver platziert, um seine lebendigen, theatralischen Darstellungen mit geheimnisvollem und mystischem Zauber zu untermalen. Schaulustige und neugierige Gaffer drängen sich um die Spieler und Glücksritter die gebannt mit heiß-roten Köpfen um bunt bemalte Plastik Planen hocken; geheimnisvolle Bilder sind mit Geldscheinen zu besetzen, und ein eimergroßer Würfelbecher besiegelt entweder ein gütiges Schicksal oder einen bösen Fluch der Dämonen.

 Das Geschrei nimmt langsam frenetische Ausmaße an. Es tut sich also etwas. Ketut marschiert stolz, in balinesischen Tracht, mit dem Tier auf dem Arm in die Arena, gefolgt von den Mitstreitern dieses Rituals. Eine besondere Truppe im Innern des Kampfraumes begutachtet die einzelnen Vögel, die langsam aus ihren Körben entpackt werden und bringen nach Größe und Gewicht die passenden Tiere zusammen. Immenses Geschrei der Hähne in dieser aufgeheizten Stimmung der nahenden Kämpfe, begleiten den überlieferten Brauch der Abschätzung und Beurteilung der beiden Widersacher durch das Kampfgericht. Wenn man sich jetzt noch über den Wettpreis einigen könnte, der auch vom Gegenpart durch Handschlag bestätigt werden muss, könnte der Kampf dieser beider Auserwählten stattfinden.
 


Der Glaube heilt, die Götter helfen, der Guru verdient

 

Mit Yuni saß ich etwas erhöht und spannungsgeladen auf schwankenden Holzbohlen, umrahmt von unseren Nachbarn Pak Seri, Pak Patre, der junge Wayan Kasnu und viele petanis (Bauern) die uns alle gut kennen und uns jetzt als unbedarft mitwirkende Exoten und Greenhorns freundlich, jovial und wohlwollend belächelten. Alle hatten ihre eigenen Hähne zwischen einem Heer von Körben auf einem Warteplatz für einen späteren Einsatz abgestellt. Jetzt war etwas Zeit, um interessiert das Getümmel zu beobachten und die Chancen der eigenen Hähne einzuschätzen.

Die ersten Kämpfe gingen lautstark über die Bühne, mit den üblichen Ritualen die dann folgen. Entfernen der scharfen Messer die den tödlichen Schlag, tief in die Flanken des Gegners reißen, und die mit feinen Fäden an den Füßen befestigt waren. Oft dauern solche Kämpfe nur wenige Sekunden, wieder andere manchmal mehrere Minuten. Aber meistens endet der Zweikampf tödlich. An Ort und Stelle wird der Unglückliche gerupft und für den Kochtopf präpariert. Unser Gockelhahn hatte immer noch keinen Gegner gefunden und auch bei den nächsten beiden Runden, konnte man ihm keinen adäquaten Partner gegen- überstellen, weniger wegen seinen bisher ja noch unbekannten Qualitäten, sondern eher, weil bisher kein Gickel seiner enormen Größe entsprach.

Urplötzlich dringen Gerüchte an unser Ohr, dass unser lieb gewonnenes Tier erst morgen sein Debut geben sollte, da morgen erst die größeren Kaliber zum Start vorgesehen wären. Das waren insbesonders die riesigen Philippinos und Kreuzungen mit diesen gewaltigen Hähnen die kaum Platz in Ihren Körben fanden, an diesen zerrten und zogen und sie zu sprengen schienen. Das sollten beunruhigende und gefahrvolle Aussichten für unseren prächtig geschweiften, stolzen Hahn sein, der sich zwischenzeitlich bei der Kennerschaft in dieser fachkundigen Runde den Namen „ Herkules „ erworben hatte. Zu Recht oder Unrecht soll heute dahingestellt sein und noch unbeantwortet bleiben.
 


Die tödliche Waffe kann den Kampf schnell beenden
 

Kleinere Hähne, so lernte ich, sind bessere Springer, die in der Lage sind beweglich, schnell und hoch über den Gegner hinweg zu springen um dann mit einer schnellen Drehung von hinten überraschend attackieren zu koennen. Auch die Auswahl der Messer ist eine Wissenschaft für sich und wird auch nicht vom Halter selbst beurteilt und befestigt, sondern von Experten getätigt, die mit dem Team im Innenbereich die Kämpfe leiten.

Am nächsten Morgen gegen 11.00 Uhr starteten die Schwergewichtler und wir saßen wieder auf schwankenden Planken zwischen aufgeregten, mit Geld- scheinen flatternden Bauern, die Wettgegner für Ihren eigenen kleinen Gewinn suchten. Jetzt startet Herkules als erster. Das Team unten auf dem Platz weiß, das ist jetzt der Kampfahn des "Tamu"  (Gast) des "Orang asing" (Fremder) vom Ort Abangan und er zeigt mir und Yuni mit weit hochgestrecktem Arm das schwere , kampfbereite Tier. Wir grüßen zurück und Yuni wird bleich und bekommt Magenschmerzen, das kommende Blut vorausahnend oder schon voraussehend. Der ohrenbetäubende Klang des Metallgongs, mit schwerem Holz geschlagen, schwingt noch lange in unseren taub gewordenen Ohren nach. Der Kampf beginnt.
 


Lautstarke Einstimmung

 

Alles steht auf ! Die beiden Gegner drängen in eine Ecke des Karrees, ich sehe nicht mehr viel vom Kampf, viele Balinesische Köpfe mit ihren Udengs (Balinesische Kopfbedeckung) schieben sich vor mein Gesicht, Schreie und Rufe durchdringen das Kampfgetümmel. Es riecht nach Blut und Tierkadaver. Jetzt am zweiten Kampftag sind schon unzählige Blutopfer gebracht worden. Rot vom Blut gefärbt ist bereits der erdige Boden des Platzes, Federn vermischen sich mit Blut, Dreck, Kippen und Kot, und das alles fällt mir jetzt plötzlich in diesem entscheidenden Moment des Kampfes auf. Dann höre ich noch einige lang gezogene oooh, oooh und aaah ahhh .... !! Nochmals ertönt dieser schallend dröhnende Klang des Gongs, der noch viel später, wir waren bereits lange wieder zu hause angekommen, noch vibrierend an mein Ohr dringt. Der Hahn ist tot ! Welcher ist es ? Unser prächtiger, eindrucksvoller Herkules vielleicht ? Oh Gott, .... jetzt fällt auch der zweite Kampfhahn und röchelt sein Leben aus, er ist tot. Seine Seite ist aufgeschlitzt, viel Blut ist zu sehen. Aber Herkules verliert. Er hat als erster sein Blut den Göttern geopfert und damit auch mitgeholfen den Tempel in Abangan fertig zustellen.

Noch ein dritter Kampftag folgte, mit den blutigen Kämpfen der Hähne, mit Spielen und Wetten, mit Essen und Trinken, Erzählungen und Fachsimpeleien, vor allem natürlich über die geliebten Hähne. Abwechslungsreiche und traditionsreiche drei Tage im arbeitsreichen, einfachen Leben der Balinesischen Bauern gehen zu Ende.
 


Das traurige Ende stolzer Hähne

 
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