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Kalimantan - Cempaka

Yuni freute sich schon lange auf die Fahrt zu den Diamantenfelder in Cempaka. Sie wollte endlich mit eigenen Augen sehen und erleben wo und wie dieses wertvollste Mineral und härteste Material der Erde gefunden und aus dem Erdboden herausgebuddelt wird. Ob und inwieweit hier Hintergedanken mitspielten, einen Diamanten zu finden oder wenigstens einen kleinen Mini - Karater zu erstehen, wusste ich damals noch nicht genau. Erst viel später im Showroom einer Diamantenschleiferei, als ihre Augen den gleichen Glanz auszustrahlen schienen wie die vorgeführten Schmuckstücke, fielen sofort alle Zweifel von mir.

Wir engagierten wieder unseren bewährten Guide Pak Yuliansyah, der uns mit seinem PKW zum Grabungsgebiet schaukelte. Nach einer guten Stunde auf der Banjarmasin - Martapura Route wurde Banjarbaru erreicht und wir bogen am nicht zu übersehenden Kreisverkehr in eine kleinere Strasse Richtung Cempaka ein.Die ersten Hütten und kleinere Läden die Schaufeln, Hacken und Zubehör anboten tauchten rechts und links des holprigen mit Pfützen übersätem Weges auf. Diese Geschäfte machten dabei nicht den Eindruck, als dass hier die großen Gewinner und Profiteure des Diamantengeschäfts hervorgehen würden. Oft, so sagt man, sind es ja meist nur die Zulieferer, Geschäfte, Kneipen und die Landbesitzer die wirklich an diesem Rausch nach Glück und Reichtum verdienen. Sollte dieser Run auf die edlen Mineralien hier in Cempaka bereits dem Ende zugehen ?
 


Gestein und Schlamm werden abgepumpt

Nur langsam kamen wir auf einer schmierig rutschigen Schlaglochpiste voran, die uns zu unserem angesteuerten Diamantenfeld führen sollte. Wir näherten uns dieser flachen Gras- und Buschlandschaft, aus der braune Wasserlöcher wie übernächtigte, müde Augen aus dem Boden herausschauten. Pumpen spritzten mit einem Höllenlärm Wasser und Schlamm aus den Löchern über eine Art Holzrutsche, um so das Gestein nach Größe zu trennen und auszusortieren. Sehnige, robuste junge Männer saßen mit ihren trichterförmigen Schüsseln (pendulangan) in der Schlammbrühe um mit rotierenden Bewegungen das Sandgestein auszuwaschen. Die Augen immer suchend auf unscheinbar aussehende, imaginäre wachsgelbe Steinchen gerichtet, in Erwartung auch solche zu entdecken.


Yuni und Gerhard noch ohne Fund

Drahtige aber abgeschafft aussehende Kumpels, auf einer Holzstellage oder Rutsche balancierend, reichten mit Gestein gefüllte Körbe, von Mann zu Mann nach unten weiter, um es zur weiteren Verwendung separiert aufzuschütten.Alle diese Diamantensucher hatten beim Eifer ihrer Tätigkeit sicher einen riesigen Fund vor ihren geistigen Augen, den man im August des Jahres 1965 hier machte. Einen Monster Fund von 165,5 Karat der die Arbeiten in Cempaka daher noch bis heute am Leben erhält und weitere Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt. Die Steinchen die man uns zeigte waren kleineren Kalibers und auf der schwieligen Handfläche von Pak Anto, einer der Schuerfer, kaum zu erkennen. Sie waren eher als winzige, glitzernde Salzkörnchen auszumachen. Man hatte den Eindruck, dass viele Arbeiter diese Felder bereits verlassen hatten und ihr Glück wo anders herausfordern wollen. Wie wir erfuhren, sind viele bereits nach Sulawesi aufgebrochen, um in der Gegend um Pare-Pare nach Gold zu schürfen. Die Funde sollen dort wesentlich rentabler sein und dies nicht nur wegen des steigenden Goldpreises auf Grund des Weltfinanz - Crashs.

Das Wort Diamant, so wurden wir aufgeklärt - heißt in der Indonesischen Sprache intan - und das Wort intan sollte auf den Feldern nicht in den Mund genommen werden. Es würde nicht nur dem Schürfer und der gesamten Mannschaft Unglück bringen sondern auch die Ausbeute negativ beeinflussen. Man verwendet daher nur das Wort - galuh -, dessen Sinn und Bedeutung man mit - meine Lieblingstochter - übersetzen könnte.
 


Gestein wird aussortiert

Der Diamant ist sicher das härteste Material das unter hohem Druck und Hitze irgendwann im Erdmantel in 150 Meter Tiefe entstanden ist und später durch Eruption an die Erdoberfläche geschleudert wurde. Das Wort selbst stammt vom griechischen adamas ab und bedeutet - unbezwingbar- , und der Diamant ist daher ein Zeichen für Unvergänglichkeit, ein Symbol für Schönheit, Reichtum und Macht. Dieses Mineral besitzt die härteste Kristallstruktur, daher nutzt die Industrie diese einmalige Eigenschaft und setzt sie in den verschiedensten Arbeitsbereichen ein. Seit einigen Jahrzehnten ist man auch in der Lage Diamanten synthetisch herzustellen.

Die meisten der wertvollen Steine finden heute ihre Verwendung in der Industrie als Schneidstoffe von Bohr-, Schneid- und Schleif- Werkzeugen. Nur die besten und reinsten Steine gehen in die Schmuckindustrie. Seit man neue Schleif-techniken kennt, schleift man den Diamant zu einem Edelstein mit besonders hoher Lichtbrechung und besonderem Glanz. Als Brillant benötigt der Stein einen ganz speziellen Schliff - einen Brillantschliff - mit mindestens 32 Facetten im oberen Bereich und mindestens 24 Facetten im Unterteil.
 


Suchender Blick in den Pendulangan

Vielleicht muss erst wieder einer dieser Monstersteine in Cempaka ans Tageslicht gebracht werden um das Grabungsgebiet wieder zur neuen Blüte zu bringen. Sicher stellen die Grabungen für den Boss, der normalerweise eine Gruppe von 10 bis 15 Männer anführt, ein nicht abzuschätzendes Risiko dar.

Er hat die finanziellen Mittel bereitzustellen um den ungewissen Ausgang der Arbeiten vorzufinanzieren. In der Regel wird abwechselnd ein Tag gegraben, um am nächsten Tag das Gestein zu waschen und auf einen Fund zu hoffen. Mindestens ein Essen pro Tag für die Schürfer und Buddler muss der Teamleiter bereitstellen um diese Männer bei Laune zu halten. Nicht jeder Tag ist von Erfolg gekrönt. Ist man aber endlich einmal fündig geworden, koennen die Arbeiter mit der Hälfte der Ausbeute rechnen. Der Rest wird nach einem festgelegten Schlüssel weiter aufgeteilt. Der Landbesitzer, der Mechaniker für die Pumpe und andere erhalten danach ihren Anteil.
 


Hoffen auf den grossen Diamant

Erst später beim Besuch einer Edelsteinschleiferei in Martapura konnten wir erstaunt feststellen, welchen Glanz und welche Brillanz, durch einen kunstvollen Schliff in diese Steine hineingezaubert werden kann. Diese Betriebsstätte hatte sicher schon bessere und geschäftigere Zeiten erlebt. Nur noch drei Schleifer konnten wir bei ihrer Arbeit bewundern und uns die Technik erklären lassen.

Martapura hat einen farbenprächtigen Markt, voll mit lokalen Köstlichkeiten die man unbedingt probieren sollte. In unmittelbarer Nähe befinden sich die vielen Schmuck- und Edelsteingeschäfte. Hartes, ausdauerndes und geschicktes Verhandeln ist die Voraussetzung für einen günstigen Kauf. Fachkenntnisse sollte man schon mitbringen, um auch später zu hause noch Freude am Erworbenen zu empfinden. Für die Rückfahrt zu unserem Hotel hatten wir uns mit einigen dieser lokalen Spezialitäten (Dodol, khas asli) eingedeckt. Die beliebten Kelepons (Lelepons) durften dabei nicht fehlen, süße giftgrüne Bällchen aus Reisteig mit Kokosraspeln besprengelt, die beim Zubeißen einen spritzig-süßen Schuss Sirup aus Palmzucker entladen.
 


Diamanten Schleiferei in Martapura
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