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Bali Boreh


Boreh eine traditionelle Balinesische Heilmethode!

Boreh-Massage (boreh-pijat) Entgiftung (lepas racun) Reinigung (membersihkan) Entspannung (melepaskan) durch Kräuter-Dampf-Sauna

Blitzblanke, proper hygienisch herausgeputzte Spa's und Massage Salon's, oft mit- und immer rasanter ohne Reisfeldblick, ist der momentane Boom in Ubud, aber auch in ganz Bali. Die Menschheit ist voller Stress, im ratrace hart und spröde geworden und sehnt sich, wenigsten für eine Stunde nach einem Zustand des Wohlergehens, des Loslassen, des Ausatmens. Von Zeit zu Zeit muss der Geist und das Gemüt zur Ruhe kommen, muss man dem erschlafften Body wieder Potenzial anbieten und aufpeppen. Das Bedürfnis nach Entspannung und Regeneration und nach Berührung durch zärtliche Streicheleinheiten ist ein gutes Menschenrecht und die bezaubernd lächelnden Balinesinnen, mit grazilen Händen, liefern in den Spa's ihren sinnenfreudigen Part dazu.
Auf der Strecke bleiben die alten stillen Heilorte der Guru's, der Heiler und Schamanen, der Balian und der tukang pijat, die ihr seit Generationen erworbenes Wissen meist in einfachster häuslicher Umgebung, aber mit dem warmen Kolorit des Ursprünglichen, des Echten vermitteln. Durch geheimnisvolle Rituale, Zeichen und Mantras verzaubern sie unser Denken, schaffen wieder freien Platz für übernatürliches, supranaturalistisches Wissen in unseren, durch Schule, Gesellschaft und Medien mit political Correctness zugekleisterten Köpfen. Von Guru zu Guru überlieferte Erfahrungen mit Kräutern und Tinkturen und deren Anwendung an unserem malträtierten Korpus, erlösen uns oft in geheimnisvoller Weise von unseren mentalen und körperlichen Unpässlichkeiten. Bohrende Schmerzen und sadistische Qualen verblassen in ihrer teuflische Wirkung und entschwinden mit dem Rauch der glimmenden Incentives aus unserem geschundenen Leib. Ihre versierten Eisenhände und die vielmals geübten teuflischen Griffe, kneten und quetschen jeden aus der Reihe getanzten Muskel wieder in die richtige Position. Oft unter heilenden Höllenqualen.


Der Mister und Guru Pak Ketut


Von einem dieser urigen Plätze die es noch in Ubud gibt, möchte ich hier kurz erzählen

Pak Ketut, ein 46 jähriger Balinese, ist ein tukang pijat und Kräuter Guru der alten Schule. Hat Wissen um die geheimen Kräfte der Heilpflanzen und Kräuter noch von seiner Nenek, der Großmutter aus Batuan, Bali, erfahren und übernehmen können. Durch eigene Erfahrungen erweiterte er seine Kenntnisse um Menschen zu heilen. Seine Kraeuter- Entgiftungs - und Schwitzmanufaktur befindet sich in einem betriebsamen Gaesschen, der Jalan Gaotama Selatan im Herzen von Ubud. Die Kombination von Heilmassage, mit Borehbehandlung und Kraeuter-Dampf-Sauna wollte auch ich meinem schwer misshandeltem Body angedeihen lassen. Er hatte es bitter nötig.
Im August 2013 wurden in München meine entgleisten Lendenwirbel mittels Schrauben, Titanstäben und weitere Accessoires aus dem Bauhaus, Abteil Metall fest eingeschient und von Dr. Helmbrecht und dem besten Schrauber Europa's Dr. Schulz (lt. Dr. Helmbrecht) für die Ewigkeit an meinem vertebralen Gerüst fest verankert. Die Folge, dass beim Rückflug nach Bali bei jedem Check alle Lampen aufzuckten und schrille Pieptöne Waffen und Dolche avisierten. Längst hatte ich schon meinen Implantat Pass zur Hand - auf zwei Seiten sind akribisch sämtliche Kleinteile aus der Klempnerei des Erdinger Krankenhauses notiert – und konnte damit die prekäre Situation schnellstens entschärfen. Nach kurzem totalen Stillstand, kam wieder Farbe in die verängstigten Gesichter der Passagiere, steif und kerzengerade, mir aller geschienten Befestigungselemente bewusst, schreite ich unschuldig von dannen. Interessanterweise lese ich hinterher im Pass noch die vorbeugende Vorsichtsmaßnahme, dass ich Gewichtszunahme unbedingt vermeiden solle, und dies mit Hilfe sportlicher Betätigung. Dies scheint mir der unaufgeforderte Aufruf, die Festigkeit und akkurate Verschraubung einem größeren sportiven Test zu unterziehen. Warum hat man nicht von vorne herein einen pfundigen Speckrollen Ballast für die kommenden Jahre mit einkalkuliert? Warum nicht das Metallgeflecht gleich mächtiger und gewaltiger für die Zukunft dimensioniert? Kurzfristiges, kleinliches Denken der Kassen, meine ich. Geiz ist nicht geil.
 


Kraeftige Heilkraeuter, sonnengetrocknet


Kraeftige Heilkraeuter, sonnengetrocknet
 

Ich liege auf der Pritsche. Pak Ketut beginnt mit geheimnisvollen Zeichen die mich nach kurzer Zeit in entspannte Lethargie fallen lassen. Rechts steht ein ölschälchen über einer Kerze, verströmt angenehmen Duft, daneben glimmen Räucherstäbchen, Duftwölkchen kringeln sich nach oben, erfüllen den kleinen Raum. Meditationsmusik, angenehm leise und beruhigend, begleitet die Massage. Angewärmtes, aromatisches Öl schöpft der Meister mit einer kleinen Kelle, verteilt und verstreicht es vorsichtig über meinen Körper. Ketut beginnt an den Füßen, bearbeitet zuerst die Zehen, massiert, zieht und biegt. Ich relaxe. Gerhard du musst wissen, wir in Bali haben eine ganz andere Denkweise über das Leben und den Tod. Leise spricht Pak Ketut diese Sätze, ohne von seiner Arbeit abzulassen oder sich selbst abzulenken. Ich spüre sein sanftes Kneten und das Verschieben meiner schlaffen und schläfrigen Pelle, dann wieder seine festen Griffe die meine Muskeln bedrängen und Verklumpungen schmerzlich aufzeigen.
Weißt du, wir haben hier in Bali drei Karmas die unser Leben begleiten und unser heutiges Leben, aber auch unser Leben nach dem Tod bestimmen.
Das erste Karma ist das Sancita Karma: Was du im letzten Leben getan hast, das wirst du im jetzigen, im heutigem Leben wieder erfahren.
Das zweite Karma ist das Prarabda Karma: Was du jetzt tust wirst du auch jetzt in diesem Leben, früher oder später erfahren. Im Guten wie im Schlechten.
Das dritte Karma ist das Kriyamana Karma: Was du heute tust, wird dir in deinen zukünftigen Leben ebenso widerfahren.
 


Der Topf ist befeuert, die Kraeuter koecheln


Heilpflanzen gedeihen ringsum den Tempel
 

Kurz überdenke ich meine Situation und versuche mir meine interne Aufrechnung und Abrechnung visuell vorzustellen. Eine summierte Bilanz über all die Jahre aufzulisten und deren Ergebnis objektiv zu beurteilen fällt mir schwer. Doch wer präsentiert uns eigentlich diese Abrechnung? Meine persönliche Zusammenstellung, überlege ich, würde wahrscheinlich wesentlich vorteilhafter und milder ausfallen.
Meine Gedanken führen mich wieder zurück in die Realität und Rationalität. Kein höheres Wesen hat bisher weder die lautesten Schreie nach Hilfe gehört, noch jemals beantwortet. Die entsetzlichsten Bitten wurden noch nie und von niemanden repliziert. Weil da einfach niemand ist der antworten könnte ! Kein Toter wurde je wieder lebendig, keine Seele je erlöst oder errettet, keine Katastrophe je verhindert. Seit tausenden von Jahren haben Mächtige, subtile Strukturen zur Beherrschung und Verdummung der Menschen geschaffen und sich mit den Klerikern verbündet. Der Sänger Reinhold Mey hat es so trefflich und wahr hinausgeschrien: Halt du sie arm, ich halt sie dumm !
Ich bitte Pak Ketut um intensive Behandlung der Beine. Denn hier macht sich die wochenlange Inaktivität meines ganzen Bewegungsapparates bemerkbar, häufig schütteln mich Krämpfe nachts aus dem Bett, verdrehen sich meine Muskeln zu Ringelwürsten und lassen mich veiztanzen. Er verspricht sein Bestes. Nicht unangenehm, bis jetzt.
 


Heiloel wird ueber einer Kerze erwaermt


Heiloel wird ueber einer Kerze erwaermt
 

Urplötzlich reißt er mit heftigem Ruck mein rechtes Bein aus dem Körper und bevor ich um Gnade bitten kann, - meine Reaktion ist total eingelullt -, versucht er auf gleicher Weise das Linke Bein vom Rumpf zu trennen. Ich bitte Ketut inständig in Zukunft - auch auf Grund meiner lädierten Wirbel -, mir meine beiden Extremitäten zu belassen, ich muss ja noch nach Hause radeln. Er widmet sich nun intensiv meinem Leib, verschiebt meine Innereien in verschiedene Richtungen, verdreht und verkantet sie, rotiert und returniert alles in gekonntem Rhythmus, um später einfühlsam alles wieder zu positionieren. Drückt dann lange mit eisenhart gepanzertem Daumen auf meinen Solar Plexus, hält gefühlte fünf Minuten an dieser Position fest, ich wage nicht zu atmen, noch mir minimalste Bewegungen zu erlauben. Regungslos verharre ich wie ein ausgedrockneter Stockfisch in dieser starren Haltung. Bis Ketut plötzlich den Eisendaumen mit Schwung zurückzieht, einfach abrupt loslässt. Sofort schmeisst meine Lunge wieder ihre vorgesehene Funktion an, pumpt Sauerstoff in das System. Ich wage wieder geringste Bewegungen. Ich lebe.
Kranpfhaft versuche ich mich auf der schmalen Liege auf dem Bauch zu rollen. Es gelingt mir letztendlich mit größeren Anstrengungen ohne abzustürzen. Ketut walkt und knetet Hände, Arme und Rücken mit seinen geschmeidigen, geübten Eisenhänden, prüft noch die Elastizität und Brauchbarkeit meiner Beinmuskulatur. Zieht dann ein Bein Richtung Po, extrem langsam zieht er zuerst an, lässt los, zieht wieder an, diesmal härter, brüllend dehnen sich meine Sehnen, sie scheinen am Zerreisen. Aber noch hat die Ferse keinen Kontakt zum Po gefunden. Ob mein Body zu dieser greulichen Belastung bereit ist ? Zum letzten mal anwinkeln und drücken, immer mehr drücken, ich gebe nach, so gut es geht, gebe mich hin, warte auf den berstenden Knall fliegender Knorpelteile und Sehnenfetzen. Geschafft, die übung ist auch mit dem zweiten Bein gelungen, obgleich mit der gleichen schmerzenden Pein. Der Körper hat es erduldet und ertragen, der Schmerz verflüchtigt sich zu meiner Freude langsam. Ich will mich nicht in purer Larmoyanz ergehen, denn bald darauf stellt sich wieder Friede zwischen Kopf und Leib ein. Waffenstillstand. Großartig!


Im Dampftopf koecheln gesunde Kraeuter fuer die Damf-Sauna


Heildampf stroemt zum Inhalieren in die Dampf-Sauna
 

Die wellenförmige Tortour mit der Ketut versucht meine Kopfhaut in Richtung Himmel zu locken gelingt nicht ganz. Immer wieder treibt sie naturbedingt nach unten, wo Ketut mit flacher Hand bereits wartend, den Skalp wieder nach oben rüttelt. Nach dieser Rund-um-Behandlung ist mein Geist erwacht, erkenne ich langsam die Wirklichkeit und die Umgebung wieder. Frische und munteres Verlangen beleben meine gewonnene Wirklichkeit aufs Neue. Ich lebe. Ausschnaufen, Gedanken sortieren, sich noch benebeln lassen von den schamanischen Gesten und Gebärden die der Guru jetzt noch zu bieten hat. Das heftige Wegpusten noch störender Dämonen und hinterlistiger Geister, durch pressluftartig ausgestoßene Attacken und skurrilen Verrenkungen seiner Hände , sollte ein letztes Alarmzeichen für böse, defätistische Kreaturen sein, schnellstens das Weite zu suchen. Noch glimmen die Kräuter in der irdenen Schale unter meiner Liege, betäubende, würzige Schwaden kitzeln meine Nase, reinigen meine Augen durch seltene Tränen. Ein Hahn kräht im Garten. Leichter Regen setzt ein, willkommener Gruß für Heilpflanzen und Grünzeug, das um die beiden Haustempel des Balinesischen Gehöft wuchert und prächtig gedeiht.
 


Der Boreh wird aus mehr als 50 Heilkraeuter zusammengemischt


Zwei Boreh Fanatiker erfreuen sich an der Heilpampe
 

Der Boreh ist seit langem angerichtet. Täglich frisch. Aus geschrotetem Reis und wie ich erfahre mit über 50 weiteren Heilpflanzen und Tinkturen zusammengemischt und mit dem Steinmoerser zu einem grün-bräunlichen Brei zusammengewalkt. Ich sitze noch etwas benommen, dösig und beduselt durch die körperliche einstündige intensive Behandlung auf der Holzbank. Die ersten Kleckse des Boreh klatscht mir Ketut hinter die Ohren. Gefasst erwarte ich die Ganzabreibung mit der feuchten Pampe, um toxisches Grauen aus meiner Body herauszulocken. Mit harter Hand wird der Heil bringende, nicht übel riechende Brei fest in meine Haut geschruppelt. Ich sitze immer noch unbeweglich auf der Bank. Die trocknende, grindige Pampe gibt jetzt der müden menschlichen Figur einen gewissen Halt und Festigkeit. Meine beiden Füße lagern auf einem heißen Stein, die Hitze wurde etwas abgemildert durch fossiles Gewebe aus dem letzten Jahrhundert, das man fuer mich darüber drapiert hat. Ich kann es nun aushalten. Die Hitze soll das Blut in Wallung bringen und ist Teil der Entgiftung, die durch energische Mithilfe von Boreh nunmehr einsetzen soll. Ich warte mit Gleichmut.


Unter dem Bild der Nenek (Kraeuter Oma) wird der Dampftopf befeuert

Inzwischen dampft bereits der große Kessel über einem Holzfeuer. Die Glut wird euphorisch angefacht durch ein sonderbares Gebläse, gut versteckt in einem Holzkistchen. Der umgebaute Staubsauger verleugnet damit seine Herkunft und scheut sich, seine wahre frühere Funktion zu offenbaren. Ketut ist stolz auf seine Anlage und alles funktioniert auch. Im geheimen versuche ich die Dicke der Mauer zu eruieren, zwischen Topf und Sauna. Ich überdenke, ob bei einer eventuellen Explosion des Pottes, der minimal notwendige Schutz für mich in der Sauna gegeben ist. Ich komme zu keinem sicheren Ergebnis, setze mich daher an das äußerste Ende des Holzverschlages. Eine angenehme Wärme umschmeichelt d en Korpus, Poren öffnen sich, Schleußen tun sich auf, Gifte purzeln und versickern trostlos am Boden. Vom holzbefeuerten hitzigen Topf in dem ebenso laut Ketut über 50 Kräuter köcheln, dampft der Sud über eine Röhre direkt unter die Holzbank der Sauna. Heilschwaden ziehen um Nase und Mund, geben den sanierenden, heilenden Dunst zur Inhalation an die Lungen frei. Ich atme schwer. Mit der Zeit löst sich langsam der Boreh in giftigen Rinnsalen vom verschwitzten Leib, gleitet vermischt mit Schweiß, verbraucht und wertlos zu Boden.
 

Raus und sofort unter die vom Kräuter - Guru selbst zusammen gebastelte Dusche. Der Boreh krallt sich noch krampfhaft an allen Teilen des Körpers fest, besonders von den Haaren will er schwerlich Abschied nehmen. An dieser Dusche findet man kein glitzerndes Glamourteil vom deutschen Armaturen Hersteller Grohe. Der einfache Duschkopf ist ein Stück Bambusrohr in das man unsymmetrische nach dem Zufallsprinzip, verschieden große Löcher gebohrt hat. Mit Geschick muss sich meine schmutzige Wampe den irregulär nach allen Richtungen drängenden Spritzer anbiedern, um das nötige Nass zur Reinigung zu erhaschen. Aber das Wasser ist kühl und lindert mein Erlebnis der letzten zwei Stunden. Jetzt noch eine Flasche von Ketut’s goldgelben Jamu eingenommen und ich glaube an die Unsterblichkeit. Dieser Kräutertrunk, gemixt nach altem Familienrezept, ist der ultimative Hochpunkt dieses Tages. Die Tinktur prügelt die allerletzten Gifte und Fäulnisse aus meinen garstigen, korrosiven Gedärmen und Innereien. Es lebe die Gesundheit und unser Massage Meister Pak Ketut.
Es troepfelt immer noch leicht vom Himmel, Ich steige auf mein Rad und trete heimwaerts.
Ich trete, .... also bin ich. Auf Eure Gesundheit.
Auf Euer Wohlergehen und Freude am Leben.
 

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