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TARAKAN 

            

Reise von Samarinda zur Insel Tarakan (Ost – Kalimantan) 22. Januar 2014

Wir benötigen noch Flüge zur Insel Tarakan. Nur am putzigen Stadtflughafen in Samarinda, können wir Tickets der "Kalstar" Airlines kaufen. Für morgen ist alles ist ausgebucht, also für übermorgen. Die Insel Tarakan liegt strategisch gut, ist daher bestens geeignet für Handelsgeschäfte, nahe der malaysischen Grenze hoch im Norden von Ost Kalimantan. Wichtig noch, sie besitzt bedeutende Ölvorkommen. Wir sind am Flughafen und checken ein. Das Gepäck und auch die Fluggäste werden genau abgewogen. Vermutlich sind wir nicht zu schwer, wir werden mitgenommen. Die Propellermaschine startet auf dem niedlichen Stadtflughafen in Samarinda. Nach sehr kurzem Flug landen wir in Balikpapan, nehmen weitere Passagiere auf. Nach einem Zwischenstopp in Tanjunggredeb (Berau), können wir den Flug Richtung Tarakan fortsetzen.

Von der Luft aus sehen wir jetzt erst den wahren, verheerenden Zustand des Regenwaldes, oder was von ihm noch vorhanden ist. Wie blutende Wunden verfolgen uns die kahlen, abgeholzten Flächen über den Wolken; wie tote Augen starren uns die tief in die Erde geschürften Minen an, eingehauene Schneisen, gelb graue Wasserlöcher, öde verlassene Gruben.

Laut WWF sind die Hälfte der Regenwälder auf Borneo bereits abgeholzt, zerstört und vernichtet. Durch „logging“ ausgeplündert, durch "coal mining" verwüstet, oder durch intensiven Anbau von Palmöl Plantagen demoliert und in Monokulturen transformiert. Hier ist letztlich kein Lebensraum mehr für die angestammte Tierwelt. Für Orang Utans und exotische Vögel, ist auf der einst vollbewaldeten grünen Insel heute kein Platz mehr. Nur noch kleine Reservate stehen ihnen als Lebensraum zur Verfügung. Profit und Korruption nähren sich selbst und sind außer Kontrolle geraten.
 


Yuni ist nicht zu schwer und wird mitgenommen



Die Kal Star Prop bringt uns nach Tarakan



Zerstörter Dschungel


Marschlandschaft in Küstennähe
 


N
eben dem alten, in die Jahre gekommenen Flughafengebäude von Tarakan, entsteht zur Zeit ein imposantes neues Gebäude, für die Aufgaben der Zukunft. Spruchbänder in der Stadt lehren uns, dass man eine saubere Stadt schätzt, und bedient sich hierfür bekannter Vorbilder: "Unser Vorbild Singapore" lesen wir. Das Konzept ist lobenswert, kann aber noch nicht ganz diesem Anspruch gerecht werden. Neue Hotels und Restaurants zeugen aber von der wirtschaftlichen Relevanz dieser Region. Neue Autobahn ähnliche Ringstraßen, die weitläufig um die Insel führen, bestätigen den Eindruck eines florierenden, konjunkturellen Aufschwungs.

Wir checken im Hotel "Grand Taufik" ein, das auch schon bessere Tage gesehen hat. Aber es hat "free wifi" und gleich nebenan einen Fischgrill, der eigentlich nur als Anhängsel eines Fischdepots fungiert. Frische, Auswahl und Qualität waren die Kriterien, unseren Hunger meistens hier zu stillen. Zum schmunzeln brachte uns der kulinarische Hinweis, ganz groß für die Kostgänger an die Wand gepinselt: "Any cook would be!"  Nach anfänglichem rätseln war uns klar, hier kann der Koch jede Art von Zubereitung und Gusto erfüllen. Und es stimmte !

Die erste Nacht. Fünf Uhr morgens bin ich wach und rätsle. Ein leichtes "Fauchen und Dröhnen" fährt ganz regelmäßig, immer wieder in mein rechtes Ohr, das auf dem Kissen ruht und gereizt reagiert. Schallt etwa in aller Frühe schon die dumpfe "dumm dumm" Akustik aus billigen Musikboxen ihren kümmerlichen "Bass Sound" durch die Gemäuer ? Ich greife zum Telefon. Verschlafen erscheinen zwei Angestellte, und ich erkläre das Problem. Zu dritt schleichen wir durch die Gänge, suchen nach der mysteriösen Ursache, ohne Erfolg. Schnell werden wir in ein Zimmer am anderen Ende des Ganges verlegt und ich habe den Verdacht, die Beiden wissen schon lange was so feige und permanent meine Gehörgänge quälte. Später weiß ich es auch. Die Nähe zur Pumpe, die das Hotel mit Wasser versorgte, war die beharrlich stampfende Ursache, die durch die Wände in mein Kissen brummte.
 


Stadt Tarakan mit Moschee



Amal Beach - Tarakan



Seegras wird angeknuepft


Muscheln - meeresfrisch


 

Nun sind wir wieder mobil, denn ein Bemo Fahrer offerierte uns ein Moped für die nächsten Tage. Wir nehmen dankend an. Die "Amal Beach" war unser nächstes Ziel. Allerdings fanden wir keinen sensationellen Badestrand, sondern nur Aktivitäten der "Seegras" Anbauer. In diffiziler Kleinarbeit knüpfen Kinder und Frauen, kleine Stückchen dieser Wasserpflanze an Schnüre, die man später in vorgegebene Felder im Meer verspannt und bis zur Ernte wachsen lässt.

Schwere Säcke mit frischen Muscheln hängen an einem Warung direkt am Strand. Bei Yuni und auch bei mir, lösen sie eindeutige Reflexe im Mund und Magen aus. Dann sitzen wir schon bei Ibu Tutik in ihrer Alang-Alang-Gras bedachten Hütte. Umgehend und kraftvoll köpft sie für unseren Durst eine "kelapa muda" und serviert bald darauf eine dampfende Schüssel voll Muscheln, meeresfrisch. Wir blicken aufs Meer und sind mit der Welt zufrieden. Fische aller Art, vor allem ikan "lalapan" und ikan Kakap (Snapper), "kepiting Soka" (Krabben) "udang" (Garnele) und „udang laut“ (Langusten) , fast alles aus dem Meer, kommt auf dieser Insel auf den Tisch. Abends schießen die Stände, die mobilen Warungs, wie Pilze aus dem Boden, umrahmen Gassen, konvertieren Plätze zu Esstempel . Es grillt und brät in Tarakan. Appetitlich qualmende Duftwogen verschwängern sich mit der Abendluft.

Es gibt ein Tourist Office in der Jalan Sudirman. Wir erhoffen von dort einige Informationen zu bekommen und vielleicht auch einen Stadtplan zu ergattern. Im 4. Stock eines Komplexes werden wir endlich fündig, bekommen auch missmutig in einem verrauchten Zimmer einen Stadtplan ausgehändigt. Zu unserer überraschung allerdings ohne Straßennamen. Da waren Laien am Werk um eine solch unbrauchbare Karte, (für Analphabeten gedacht ?) zu produzieren. Jetzt sind wir doch wieder auf die "exakten und detaillierten" Auskünfte (?) der Einheimischen angewiesen. Wenn sie wenigstens manchmal den Heroismus aufbrächten ihr Nichtwissen offen zu bekunden. Aber selbstsicher und offenbar immer kundig, wird freundlich und hilfsbereit in irgendeine Richtung gedeutet.
 


Der imposante Nasen Boss (Bekantan)



Skurrile Kreaturen


Nasenaffen unter sich
 

Den Mangrovenwald finden wir auch ohne Karte. Holzstege führen kreuz und quer durch das weitläufige Naturschutzgebiet, eine Oase für alle Arten von Vögel und Affen (Makaken) aber auch für kuriose Zeitgenossen, wie die Nasenaffen (Bekantan) die in ganz Borneo heimisch sind. Zum besseren Beobachten der skurrilen Kreaturen, hat man spezielle Futterstellen hoch in den Bäumen eingerichtet. Belustigt observieren wir ihr Verhaltens und belauern ihre Hierarchie. Mit einer gewissen Zuneigung erleben wir den Streit um jede Banane der "nieder Rangigen", bewundern ihr geschmeidiges, elegantes Turnen in den Bäumen, und erkennen das oft menschenähnliche Gebaren der Einzelnen innerhalb der Sippe. Beide Arme weit vorauswerfend, hechten sie, nein fliegen sie locker und graziös zum nächsten Geäst.

Im weit verzweigten Wurzelgeäst der Mangroven haben sich im Laufe der Jahrhunderte, einige besondere Spezies entwickelt. Eine davon ist der "ikan tempankul" ein "walking fish", einer der aus dem Wasser marschiert. Nicht etwa, dass er angewachsene Beinchen hätte. Ihm genügen zwei große seitliche Flossen mit denen er sich über Land robbt und sich gerne sonnt. Einem außergewöhnlichen Wesen, muss sicher auch eine besondere Heilkraft inne wohnen. So denkt man in Tarakan. Deshalb hat man hier endlich eine passende Krankheit entdeckt, die man mit diesem Zwitter vielleicht (?) heilen könnte. Wie lange noch wird diese "Gattung" überleben ?

Heute können wir entscheiden ob der Fisch ausstirbt, morgen wird entschieden ob wir aussterben ...… Nick De Lange

 


Der Mangrovenwald in der Stadt Tarakan


Mit unserem Moped erreichen wir eine Gegend wo Bohrtürme in den Himmel ragen und Pumpen in gleichmäßigen Rhythmus auf und ab schwingen.

Hier wird Öl gefördert, eine der Haupteinnahmequellen der Insel. Ich spreche mit einem Monteur am Bohrturm. Er bestätigt mir, dass die zur Zeit im Einsatz befindlichen 80 Pumpen ca. 700 Barrel am Tag fördern. Aber insgesamt sind 1300 Pumpen seit den 70er Jahren stillgelegt. Im Moment ist man dabei, 47 "oel wells" wieder zu reaktivieren. Pertamina, die staatliche indonesische Öl und Gas Gesellschaft möchte gerne weitere in Betrieb setzen, sucht geeignete Partner. Da es über Jahrzehnte aber keine Richtlinien zur geregelten Urbanisierung von Tarakan gab, befinden sich jetzt 60 % der "oel wells" mitten in Wohngebieten. Dürfen daher nicht mehr fördern, sollten sie näher als 100 Meter in Reichweite bewohnter Häusern stehen.

Die weitaus höheren Kosten der "offshore" Exploration und Förderung (5bis 10 mal teurer) ist der eigentliche Grund, die "onshore" Förderung wieder zu reaktivieren und zu maximieren. Sicher Gewinn bringend für das Land, sollte alles in die richtigen Kassen fließen.

Es ist der letzte Abend in Tarakan und wir gönnen uns etwas besonders. Eine Spezialität der Insel wird im Warung Makan "Kepiting Saos" serviert. Eine ganz besondere Krabbenart. Diese Erfahrung der spezielle Zubereitung, der Konsistenz und des Geschmackes wollen wir machen. Denn diese Sorte wird gezüchtet, wechselt bald die harte Schale wie eine Schlange ihre Haut und ist in diesem "nackten" Zustand optimal für die Küche geeignet. Kepiting saos kann also "vollständig" verzehrt werden. Als Abschluss von Tarakan, erleben wir ein köstliches Essen ohne umständliches herumpulen und herumstochern an der Delikatesse, ohne Werkzeuge und ohne anschließenden Kleiderwechsel.

Am nächsten Morgen bringt uns die Lion Air nach Balikpapan. Wir checken aus und wieder neu ein, legen einen Stopp in Surabaya ein, landen zwei Stunden später wieder in Bali.
 


Ölförderung



Die Bohrungen werden weiter ausgebaut
 
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